Anliegen des Leipziger Notenbogens

Der 5 km lange Leipziger Notenbogen ist ein die Notenspur ergänzender musikalischer Stadtspaziergang. Dabei steht die Zeit des ausgehenden neunzehnten und beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts im Mittelpunkt. Auf dem Notenbogen wird die Zeit lebendig, in der Arthur Nikisch Gewandhauskapellmeister, Gustav Mahler Opernkapellmeister und Max Reger Universitätsmusikdirektor waren. Beim Weg durch das Waldstraßenviertel – ein nahezu in sich geschlossenes Gründerzeitviertel von europäischem Rang – den Clara-Zetkin-Park und das Musikviertel ist die Atmosphäre der Stadt noch erspürbar, in der das Zweite Gewandhaus als internationales Musikzentrum Komponisten wie Peter Tschaikowski, Edvard Grieg und Richard Strauss nach Leipzig zog.

Auf dem Notenbogen liegen im Unterschied zur Notenspur keine Musik(er)museen, und es können nur wenige Innenräume besichtigt werden. Deshalb ist seine Erkundung besonders bei schönem Wetter empfehlenswert.
Ein weiterer Schwerpunkt wird dem Musikinteressierten durch den Leipziger Notenbogen nahe gebracht – der Weg führt zu zwei traditionsreichen Ausbildungsstätten für den musikalischen Nachwuchs:
  • Im forum thomanum leben und lernen die Sänger des Leipziger Thomanerchores – gegründet im Jahr 1212 – der bereits zu Bachs Zeiten eine geschichtsträchtige musikalische Institution war.
  • Die Hochschule für Musik setzt das Erbe des von Mendelssohn 1843 gegründeten Konservatoriums fort und bildet in Kooperation mit den großen Musikinstitutionen der Stadt Instrumentalmusiker/innenund Sänger/innen aus.
Schließlich hebt der Leipziger Notenbogen mit drei Stationen den Beitrag jüdischen Lebens zur musikalischen Tradition Leipzigs hervor (Stationen 6, 11, 13). Mit seinen verschiedenen Facetten erweitert der Leipziger Notenbogen das Bild der Musikstadt Leipzig, entfaltet Reichtum und Vielfalt ihrer musikalischen Traditionen und schlägt den Bogen bis ins 20. Jahrhundert.